Stimme und Musik perfekt kombiniert – Das ultimative Audio-Setup

 
Bühnen-Headset-Mikrofon und Mischpult für das ultimative Audio-Setup

Stimme und Musik kombinieren: Das kann eine Herausforderung sein

Eine der größten technischen Hürden für einen guten Live-Fitnesskurs: Stimme und Musik in Spitzenqualität, optimal abgemischt. Ich habe im Laufe des letzten Jahres intensiv getüftelt und ein Setup aus Komponenten zusammengestellt, mit denen du eine astreine Audio-Qualität bekommst – mit allen Freiheiten und Möglichkeiten, die man als Trainer:in braucht.

Jan
Ich bin Jan, Sport- und Tech-Freak und Gründer von fitlive. In diesem Artikel erkläre ich dir, was du für das ultimative Audio-Setup benötigst und wie du es in Betrieb nimmst und optimal einstellst.

Inhalt

  1. Shoppingliste: Das sind die Komponenten
  2. Kabelsalat: So verbindest du die Komponenten
  3. Einstellungen: Das USB-Mischpult als Schaltzentrale
  4. Soundcheck: Sich selbst hören und gleichzeitig streamen

Shoppingliste: Das sind die Komponenten

Ich habe die meisten Komponenten online bei thomann gekauft, du bekommst sie aber natürlich auch in diversen Shops deiner Wahl.

Hinweis: Die folgenden Lautsprecher und das Chinch-Kabel müssen miteinander funktionieren. Besitzt du schon einen Lautsprecher mit einem anderen Audioeingang als Chinch, so benötigst du ein Kabel von Chinch auf den Stecker deines Lautsprechers oder deiner Anlage.

Klar ist sofort: Das kostet mehr als ein einfaches Bluetooth-Headset – doch die Komponenten, die wir rausgesucht und getestet haben, sind der beste Kompromiss zwischen Qualität und Budget. Die daraus resultierende Qualität günstiger zu bekommen, dürfte schwierig werden.

Kabelsalat: So verbindest du die Komponenten

USB-Mischpult als Kommandozentrale

Die Basis bildet das Behringer 302USB-Mischpult, welches du über das beiliegende USB-Kabel an deinen Computer anschließt. Danach wählst du es in deinem Tool – egal, ob Zoom, Google Meet, OBS, etc. – “USB Audio Codec” als Audioquelle. Von nun an wird alles, was du an das Mischpult anschließt per USB digital an deinen Computer übertragen. Du musst das Mischpult nicht zusätzlich an den Strom anschließen, es wird vom Computer über das USB-Kabel mit Strom versorgt.

Tipp: Schließe das Mischpult immer an den selben USB-Eingang deines Computers an – das verhindert eventuelle Probleme bei der Erkennung des Audiosignals

An die Mischpult-Eingänge werden wir gleich dein Smartphone für die Musikwiedergabe und das Headset für deine Stimme anschließen. An den Mischpult-Ausgang werden wir deinen Lautsprecher anschließen, so dass du den finalen Soundmix auch selbst perfekt hören kannst.

Unsere eigene Headset-Kombination

Als Headset nutzen wir eine Kombination aus dem Rode Wireless Go und dem t.bone HeadmiKe als sporttaugliches Headset. Zuerst steckst du den Rode-Empfänger, mit seinem roten 3,5mm-Klinke-Kabel in den schwarzen 3,5mm-Klinke-auf-XLR-Adapter. Nun den XLR-Adapter, in den einzigen dafür geeigneten Eingang einstecken.

Das t.bone HeadmiKe steckst du mit dem 3,5mm-Klinken-Stecker in den Mikrofon-Eingang am Empfänger des Rode Wireless Go.

Das Rode Funkmikrofon mit Headset ans Mischpult anschließen

Achtung: Die beiden Rode Wireless Go Module immer schön per USB aufladen vor dem Kurs.

Musik vom Smartphone oder Tablet

Die Musik kommt von deinem Smartphone oder Tablet. Das schließt du mittels 3,5mm-Klinke-auf-Chinch-Kabel an den zweiten Eingang des Mischpults an, der mit Input und Line gekennzeichnet ist. Achtung: Bei Apple Geräten benötigst du noch einen Lightning-auf-3,5mm-Klinke-Adapter. Nun kannst du jede beliebige Musik-App auf deinem Smartphone oder Tablet verwenden.

Dein Smartphone als Musikquelle an der USB-Mischpult anschließen

Für den Soundcheck des fertigen Mixes über den Lautsprecher

Um abschließend auch noch perfekt die eigene Audio-Qualität live im “Ohr” zu behalten, schließt du die Lautsprecher mit dem Chinch-Kabel an den Main-Mix-Output am Mischpult an. Mit dieser Lösung kannst du während deines Kurses exakt dieselbe Stimme-Musik-Mischung hören, wie sie deine Teilnehmer:innen auch zu hören bekommen.

Das fertige Setup

Wirf gerne noch einen Blick auf das folgende Bild. So sieht es aus, wenn du alle Komponenten angeschlossen hast. Passt? Sehr gut!

Das komplette Setup des USB-Mischpultes

Einstellungen: Das USB-Mischpult als Schaltzentrale

Ist alles fertig verkabelt, kannst du dich an die Einstellung des Mischpults machen. Noch zwei Basics zum Mischpult: Die Equalizer-Regler lässt du am besten immer auf der Standardposition in der Mitte stehen, ansonsten verzerrt der Ton gerne mal. Außerdem ist es wichtig, dass alle drei eckigen Druckknöpfe – 1x Rot, 2x Schwarz – nicht eingedrückt sind. Ansonsten verstellst du den Weg, den dein Audiosignal nimmt und du wirst nichts mehr hören.

Musik anschließen und Lautsprecher testen

So, die Mischpult-Basics sind klar. Wenn jetzt auch alle Geräte angeschaltet sind, geht's los: Ich starte bei der Einrichtung gerne mit der Musik, die über das Smartphone eingespielt wird. Dazu stelle ich die Lautstärke an meinem Smartphone auf maximale Lautstärke. Nun startest du einen Song in Endloswiedergabe über die Musik-App deiner Wahl und stellst am Mischpult den Lautstärke-Regel des Line-Eingangs genau auf die Mitte.

Nun drehst du den MAIN MIX-Lautstärke-Regler am Mischpult sicherheitshalber ganz runter auf -∞. Falls du einen Lautsprecher mit mehreren Eingängen hast, wählst du den Eingang aus, an den das Mischpult angeschlossen ist und drehst die Lautstärke des Lautsprechers ein gutes Stück auf.

Nun beginnst du langsam den MAIN MIX-Lautstärke-Regler aufzudrehen. Wenn alles richtig eingestellt ist, solltest du die Musik hören können, die von deinem Smartphone abgespielt wird.

Du hörst die Musik jetzt über deine Lautsprecher? Perfekt!

Das Headset für deine Stimme anschließen

Schalte sowohl den Empfänger als auch den Sender der Rode Wireless Go an. Befestige den Empfänger am Hosenbund oder eine andere für dich geeignete Stelle und setze das t.bone HeadmiKe auf. Das Headset lässt sich für jede Kopfform gut zurecht biegen, so dass es fest genug sitzt, um damit auch wirklich Sport zu machen.

Für deine Stimme gibt es zwei Regler am Mischpult. Direkt unter dem XLR-Eingang befindet sich der GAIN-Regler und ganz unten, wie gehabt, der eigentliche Lautstärkeregler. Den GAIN-Regler stellst du erst mal auf die Mitte und drehst dann langsam den Lautstärkeregler hoch. Wenn alles richtig angeschlossen ist, solltest du jetzt deine Stimme hören.

Die richtige Balance von Stimme zu Musik

Nun geht es darum, die richtige Balance zwischen Stimme und Musik einzustellen. Dafür gibt es kein Patentrezept. In einem Yoga-Kurs soll die Musik vielleicht eher dezent im Hintergrund laufen, während im Dance-Kurs der Beat ordentlich krachen soll. Hier stellst du nun über die beiden Lautstärkeregler von MIC und LINE die Balance ein, die für Dich die richtige ist.

Da du jetzt über den Lautsprecher genau den selben Mix hörst wie in deine Teilnehmer:innen, kannst du das problemlos nach Gehör regeln.

Soundcheck: Sich selbst hören und gleichzeitig streamen

Wenn dir der Sound über deinen Lautsprecher zu laut oder zu leise ist, kannst du beides über den MAIN MIX Lautstärker-Regler am Mischpult anpassen. Wenn du so die Lautstärke einstellst, verändert das ausschließlich die Lautstärke deines Lautsprechers. Für deine Teilnehmer:innen ändert sich dadurch nichts. Die Teilnehmer:innen bekommen immer den Gesamtmix per USB und können so für sich selbst die Lautstärke des Mixes einstellen.

Im Umkehrschluss kannst du es dir für deinen Soundcheck so laut machen, wie du möchtest – ohne Einfluss auf die Teilnehmer:innen. Achte nur darauf, nicht so laut zu drehen, dass du eine Rückkopplung über das Headset bekommst. Hier musst du einfach ein wenig testen, bis alles optimal für dich passt.

Vom Mischpult in dein Live-Tool

Die meisten Tools, auch Zoom, Google Meet und Microsoft Teams, bieten in der Konferenz-Ansicht oder in den Einstellungen eine Anzeige des Audio-Pegels. Hast du das Mischpult als Audioquelle USB Audio Codec gewählt, sollte dir dort auch der Eingangspegel angezeigt werden.

Etwas detaillierter macht es OBS (Open Broadcaster Software). Dort hast du zu jeder Audioquelle eine schöne Pegelanzeige. Hier kannst du darauf achten, dass das Audiosignal auch beim lauten Sprechen nicht aus dem gelben in den roten Bereich rutscht. Der Pegel sollte sich grundsätzlich im oberen grünen bis in den gelben Bereich bewegen. Nicht mehr, nicht weniger.

That's it! Lass dich von der anfänglichen Komplexität nicht abschrecken.

Wenn das Setup ein mal steht, dann ist nicht mehr viel zu tun und du kannst dich nach und nach an die Feinheiten herantasten.

Wie lief der erste Test? Lasse uns gerne ein Feedback da. Bis bald – euer Jan